Parkinsonsche Gesetz in der Praxis?

Mein Arbeitgeber hat entschieden, mit zwei Stunden längerer Arbeitszeit pro Woche den wirtschaftlichen Folgen des starken Frankens und den teuren Rohstoffen entgegen zu wirken. Dies hat erwartungsgemäss die Gewerkschaften auf den Plan gerufen. Ich persönlich arbeite in „Vertrauensarbeitszeit“. Vereinfacht gesagt, ich arbeite so lange wie es erforderlich ist. Ich bin mit diesem Modell sehr zufrieden, wenn mir beispielsweise an einem Sonntag etwas einfällt, arbeite ich eine Stunde. Im Gegenzug spielt es auch keine Rolle, wenn ich mal eine Stunde früher Zuhause bin. Tendenziell wird man mit diesem Modell wohl eher zu viel als zu wenig arbeiten. Alles in allem sehe ich deshalb der Arbeitszeitverlängerung gelassen entgegen.

In den Ferien bin ich jedoch über das Parkinsonsche Gesetz gestolpert. Gemäss diesem Gesetz dehnt sich Arbeit in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht in dem Maß, wie komplex sie tatsächlich ist. Für die Produktion wird das sicher kein grosses Problem sein, in mehr Zeit lässt sich mehr produzieren. Es bleibt zu hoffen, dass sich das Parkinsonsche Gesetz nicht bei den administrativen Jobs bewahrheitet…

Bis heute stand ich der Massnahme deshalb ein wenig skeptisch gegenüber. Als ich heute jedoch lass, dass sich auch die Mitarbeiter in Basel sich für Mehrarbeit angeboten haben, keimte ein ein wenig Hoffnung in mir auf: Vielleicht hat dies eine positive Signalwirkung, quasi „wir schaffen das!“

Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie sich die Arbeitszeitverlängerung auf die Kultur und Stimmung auswirkt und ob eine Besserung nach den 18 Monaten feststellbar sein wird.

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