Meine „Zeitung 2.0“

Ende 2009 / Anfangs 2010 habe ich das Abo meiner Tageszeitung gekündigt. Meistens habe ich die Zeitung jeweils nur durchgeblättert und überflogen und dabei gemerkt, dass ich über die meisten Nachrichten bereits bescheid wusste. Dies unter anderem deshalb, weil ich seit Ende 2008 ein Twitter Account habe, und so sehr fein definieren kann, über welche Themen ich News erhalten möchte. Ein Problem brachte Twitter jedoch mit sich: Ich kann nicht den ganzen Tag die Twitter Timeline im Auge behalten oder am Abend die Meldungen des ganzen Tages durchgehen, darauf habe ich keine Lust.

Ich habe das Problem nun wie folgt gelöst: Alle 2-3 Stunden durchkämme ich meine Twitter Timeline und halte Ausschau nach interessanten News. Wenn ich über etwas stolpere, was mich interessiert, lese ich dies jedoch nicht direkt, sondern nutze Instapaper um es am Abend auf dem Ipad zu lesen. Bei Instapaper werden alle Webseiten so aufbereitet, das sie wie eine Zeitung wirken: Es wird lediglich der Text und die integrierten Bilder angezeigt, Werbungen und Banner sind nicht mehr sichtbar.

Mein Setup sieht dabei wie folgt aus:

Auf all meinen Computer nutze ich Chrome mit installierter Instapaper Extension. Wenn ich auf eine Webseite stosse, welche mich interessiert und ich später lesen möchte, klicke ich auf das Instapaper Logo und die Seite wird zu meinem Instapaper Account hinzugefügt.

Das drittletzte Icon ist von Instapaper

Bei den Twitter Clients auf meinem iPhone und iPad habe ich jeweils Instapaper als „Read later“ Anwendung konfiguriert. So kann ich von allen Computern, dem iPhone und dem iPad Links zu Instapaper senden.

Instapaper auf dem iPad

 

Update, Dienstag 17. Mai 2011: Ein Punkt habe ich letzten Sonntag, als ich diesen Beitrag schrieb, vergessen: Aus Instapaper ist es möglich, Beiträge nach pinboard (Online Bookmark Service) zu übertragen, und dabei Tags zu vergeben. So gelangen nur Artikel in meine Bookmarks, welche ich auch wirklich interessant finde . Das ganze sieht dann so aus:

Verschiedene Varianten zum weiterleiten
Titel und Tags können vergeben werden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Update, Sonntag 11. Dezember 2011: Seit einiger Zeit sende ich die für mich interessanten Artikel nicht mehr zu pinboard, sondern zu Evernote. So habe ich „alles“ an einem Ort.

Wie behältst Du die Informationsflut unter Kontrolle? Für wertvolle Tips bin ich immer dankbar.

2 thoughts on “Meine „Zeitung 2.0“

  1. Vielleicht bin ich schon bei Zeitung 1.0 reloaded angelangt 😉
    Ich habe festgestellt, dass dieses feine „Targeting“ der Newss, die ich an mich heranlasse, drei entscheidende Nachteile hat:

    – Ich lese im Web nur das, was mich „interessiert“. Mitunter sind aber Nachrichten, aus Bereichen, die ich früher immerhin noch quergelesen habe, ebenfalls bereichernd und regen zur Meinungsbildung an. Diese Inputs fehlen ohne Zeitung 1.0.

    – Online News, grade aus Quellen wie Twitter, sind nicht aufbereitet und fliegen als unstrukturierte Informationsfetzen durch den virtuellen Raum. Manchmal bin ich schlicht froh, wenn mir dort dann eine gewisse Hilfe bei der Einordnung gegeben oder andere Meinungen fundiert dargelegt werden. Das bieten Instant-Medien wie 20 Minuten, Blick (am Abend) wenig und das Internet i.d.R. über die von Dir erwähnten Kanäle nur sehr unzureichend.

    – Ich lese morgens meine Zeitung und unterwegs meine FB-Timeline, Tiwtter und was sonst noch so sozial im Web ist. Danach geht das „Zeug“ offline. Klar bin ich dadurch weniger „vernetzt“. Die verbleibende Vernetzung aber ist, meiner Einschätzung nach, tiefgründiger und im Endeffekt befriedigender.

    So, und nun viel Spass bei BTW. Über Deinen Tweet bin ich hier gelandet 🙂

  2. Hallo Uwe,

    Deine Einwände sind durchaus berechtigt. Ich folge bewusst auch Medienunternehmen wie der NZZ und dem Schweizer Fernsehen, damit ich „fundierte“ Meinungen auch habe und eben nicht nur die Informationsfetzen querlese. Dadurch behalte ich immer noch ein wenig die News im Auge, welche mich nicht so sehr interessieren. Ein Nachteil welcher in die gleiche Richtung geht, habe ich trotzdem: Ich verpasse lokale Ereignisse, über welche ich früher in der lokalen Tageszeitung erfahren habe. Ich folge einer lokalen Radiostation auf Twitter, aber mir geht doch so einiges durch die Lappen 🙁 Diesbezüglich bin ich gespannt, was die Zukunft bringt…

    Danke für Dein Feedback!

    Auch bei Bike to Work dabei 😉

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